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Mizuno Wave Inspire 22: Die Stabilität bleibt, der Drop sinkt

Was der neue 22er anders macht — und für wen er der richtige Schuh ist
17. Mai 2026 durch
Mizuno Wave Inspire 22: Die Stabilität bleibt, der Drop sinkt
SOL-ID Athletes World AG

Der Mizuno Wave Inspire kommt jetzt in der 22. Auflage – und wer ihn aus früheren Jahren kennt, läuft ab dem ersten Schritt einen anderen Schuh. Mizuno hat zwei Stellschrauben gleichzeitig gedreht: den Drop von 12 auf 10 mm gesenkt und die Mittelsohle auf ENERZY NXT umgestellt. Beides zusammen verändert das Gefühl deutlich.

Das ist nicht der Stabilitätsschuh, an den wir uns über zehn Jahre gewöhnt haben. Die alte, harte Medial-Stütze ist weg. Die Wave Plate sitzt zwar noch drin, arbeitet aber subtiler — mehr als Leitschiene fürs Abrollen denn als korrigierende Klammer.

Für wen ist der Inspire 22?

Ich empfehle ihn dir, wenn:

  • du leicht bis moderat überpronierst — nicht für ausgeprägte Pronationsfehler, da fehlt der Halt mittlerweile.
  • 5 bis 60 km pro Woche läufst, primär lockere bis mittlere Tempi - toller Daily Trainer.
  • du einen verlässlichen Alltagsschuh suchst, kein Race-Modell.

Falls du aus dem alten Inspire mit 12 mm Drop kommst und genau das geliebt hast: Der Sprung auf 10 mm ist spürbar. Ich hatte in den letzten Wochen mehrere Kunden im Laden, die zuerst irritiert waren. Plane Eingewöhnung ein.

Was hat Mizuno konkret geändert?

Drop: 12 → 10 mm. Der Schuh führt dich aktiver Richtung Mittelfussaufsatz. Für viele Läuferinnen und Läufer ist das technisch sauberer, aber wer jahrelang Fersenlauf in einem 12er-Drop trainiert hat, braucht ein paar Wochen.

Mittelsohle: ENERZY NXT. Stickstoff-infundierter EVA-Schaum, weicher als der alte ENERZY. Auf den ersten Kilometern fühlst du es im Fersenbereich. Der Energierücklauf ist solide, aber kein PEBA-Highflyer — das ist hier auch nicht der Anspruch.

Wave Plate. Bleibt drin, sitzt jetzt subtiler im Mittelfuss- und Fersenbereich. Hilft beim Abrollen, ohne den Schuh steif zu machen.

Smooth Stretch Woven Upper. Atmungsaktiv, schmiegt sich gut an. Standard auf hohem Niveau, nichts Spektakuläres.

Gewicht: 281 g (US 9 Herren) — erstmals unter der 10-Unzen-Marke (283 g) in dieser Serie. Für einen Stabilitätsschuh ordentlich.

Was musst du wissen, bevor du ihn kaufst?

Drei ehrliche Punkte, die in Online-Reviews oft fehlen:

  • Fersensitz. Im Mittel- und Vorfuss passt der 22er gut, im Fersenbereich kann er bei schmalen Fersen Spiel haben. Probier den Schuh in voller Schnürung an — wenn der Sitz dort nicht stimmt, hilft auch keine Einlage.
  • Steifigkeit. Aus der Box fühlt sich der Schuh eher fest an. Nach 30–50 km öffnet er sich. Plan das ein, bevor du direkt einen Wettkampf damit angehst.
  • Spritzigkeit. Wer einen leichten Tempo-Schuh sucht, ist hier falsch. Der Inspire ist ein ehrlicher Daily-Trainer, kein Race-Schuh.

Und ein vierter Punkt — der eigentlich der wichtigste ist: Wenn du eine ausgeprägte Überpronation hast, komm vorbei für eine Laufanalyse, bevor du den 22er kaufst. Er ist subtiler geworden. Bei starker Pronation reicht der Halt nicht mehr aus — da ist der Wave Horizon die bessere Wahl, den wir ebenfalls bei uns am Lager haben.

Unser Urteil

Der Inspire 22 ist solider Alltag, kein Wow-Effekt. Für leicht überpronierende Läuferinnen und Läufer, die einen verlässlichen Schuh für 800–1000 km Tagesmileage suchen, eine ehrliche Empfehlung. Wer Pop und Bounce will, schaut weiter.

Komm vorbei

Wir haben den Inspire 22 für Frauen und für Männer (und den Wave Horizon als Alternative bei stärkerer Pronation) in Solothurn und Gümligen zum Anprobieren. Bring deine alten Laufschuhe mit — ich seh am Abriebmuster oft schon, ob der Inspire passt oder nicht.

— Rafael