Stell dir vor, du läufst entlang der Aare in Solothurn oder bereitest dich auf die legendären Pflastersteine beim GP Bern vor...
... Die Beine fühlen sich gut an, aber sobald du das Tempo etwas anziehen willst, fehlt dir der entscheidende Gang. Kommt dir das bekannt vor?
Viele Läuferinnen und Läufer verbringen viel Zeit in ihrer Komfortzone. Doch wenn du deine persönliche Bestzeit knacken oder beim nächsten Stadtlauf so richtig angreifen willst, führt kein Weg an einer Trainingsform vorbei: dem Intervalltraining. In diesem Blogpost erfährst du, warum diese intensiven Einheiten wissenschaftlich gesehen ein echter Gamechanger sind und wie du sie optimal in deine Wettkampfvorbereitung integrierst.
Was ist Intervalltraining eigentlich?
Beim Intervalltraining wechselst du planmässig zwischen Belastungsphasen (hohe Intensität) und Erholungsphasen (niedrige Intensität) ab. Das Besondere dabei: Die Pausen sind so gewählt, dass sich dein Körper nicht vollständig erholt. Man spricht hier von der sogenannten „lohnenden Pause“.
Wissenschaftlich gesehen zielt das Training darauf ab, sowohl deine aerobe als auch deine anaerobe Leistungsfähigkeit zu steigern. Während die aerobe Kapazität deine Ausdauer für lange Läufe bestimmt, hilft dir der anaerobe Bereich dabei, Belastungsspitzen – wie einen Anstieg im Dählhölzliwald oder am Aargauerstalden – wegzustecken.
Warum dein Körper die harten Intervalle liebt (und braucht)
Intervalltraining ist die effizienteste Methode, um deine Tempohärte zu verbessern. Hier sind die wichtigsten Benefits für dich:
- Steigerung der VO2max: Die maximale Sauerstoffaufnahme ist der Goldstandard deiner Fitness. Studien (z. B. vom Karlsruher Institut für Technologie) zeigen, dass hochintensives Intervalltraining (HIIT) die VO2max deutlich effektiver steigert als gleichmässiges Dauerlaufen.
- Verbesserung des Stoffwechsels: Dein Körper lernt, Laktat schneller abzubauen und effizienter mit den Energiereserven umzugehen.
- Ökonomisierung des Laufstils: Wenn du schnell läufst, verbessert sich oft automatisch deine Lauftechnik. Du setzt den Fuss aktiver auf und nutzt den Abdruck besser.
- Mentale Stärke: Wer sich im Training durch ein hartes Intervall am Thunersee beisst, der bleibt auch im Wettkampf cool, wenn es wehtut (Ironman Thun lässt grüssen!).
Brauchst du jemand, der dich pusht?
Intervall-Trainings machst du am besten in der Gruppe. Dies motiviert extrem! Hier sind unsere Angebote an dich, damit das Training einfacher wird:
Die richtige Vorbereitung: Dein Weg zum Ziel 🎯
Bevor du mit Vollgas loslegst, ist eines wichtig: Dein Körper muss bereit sein. Hohe Intensitäten bedeuten auch eine höhere Belastung für deine Gelenke und Sehnen.
- Laufanalyse als Basis: Bevor du deine Intervalle auf den Asphalt brennst, solltest du sicherstellen, dass dein Schuhwerk zu deinem Laufstil passt. Eine professionelle Laufanalyse (zum Beispiel bei uns bei SOL-ID in Solothurn oder Gümligen) hilft dir, Fehlbelastungen zu vermeiden und den perfekten Schuh für deine schnellen Einheiten zu finden.
- Aufwärmen ist Pflicht: Starte nie kalt in ein Intervalltraining! 15 Minuten lockeres Einlaufen und ein paar Steigerungsläufe bereiten deine Muskulatur vor.
- Wettkampfspezifisch trainieren: Bereitest du dich auf die schönsten 10 Meilen der Welt vor (Grand Prix von Bern)? Dann sind Intervalle in deinem angestrebten Wettkampftempo (oder leicht darüber) ideal.
Beispiel-Einheiten für dich
- Für 5 km & 10 km: 6 bis 8 Mal 800 Meter im Zieltempo, dazwischen jeweils 400 Meter lockeres Traben.
- Für den Halbmarathon: 3 bis 4 Mal 2000 Meter im geplanten Race-Pace, mit 3-minütigen Geh-/Trabpausen.
- HIIT-Shorties: 10 Mal 30 Sekunden Sprint (ca. 90-95% deiner maximalen Herzfrequenz), gefolgt von 30 Sekunden sehr lockerem Gehen.
Regionaler Tipp: Wo trainieren im Mittelland? 📍
Wir haben das Privileg, in einer Region mit grossartigen Laufstrecken zu leben. Für flache Intervalle eignet sich die Solothurner Aarerundi, ein Lauf durch die “Wiiti” oder die Ebenen rund um Muri und den Flughafen Belp hervorragend. Richtig cool wird’s auf den regionalen 400 Meter Leichtathletikbahnen. In Grenchen, in Bern im Wankdorf, beim Steinhölzli, im Neufeld oder gleich bei SOL-ID in Gümligen - auf dem Füllerich.
Wenn du für einen hügeligen Lauf wie den Grand Prix von Bern trainierst, nutze die Steigungen im Dählhölzliwald oder die Hügelzüge rund um Ostermundigen, um deine Kraftausdauer zu pushen.
Fazit: Raus aus der Komfortzone!
Intervalltraining ist anstrengend, ja. Aber es ist der sicherste Weg, um deine Form auf ein neues Level zu heben. Es bereitet dich physiologisch und mental auf die Herausforderungen eines Wettkampfs vor.
Möchtest du wissen, ob dein Laufstil bereit für diese Belastungen ist? Oder brauchst du den passenden „Speed-Schuh“ für deine Intervalle? Komm bei uns im Store vorbei! Wir schauen uns deine Bewegung genau an und sorgen dafür, dass du möglichst verletzungsfrei und mit maximalem Elan in deine Wettkampfsaison startest.
Wissenschaftliche Quellen:
- Giesche, F., et al. (2014): Physiologische Reaktionen auf hochintensives Intervalltraining (HIIT). Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Diese Studie untersucht die Auswirkungen von kurzen, intensiven Sprints auf die Leistungsfähigkeit und die VO2max.
- Manimmanakorn, A., et al. (2013) / GOTS Positionspapier: Untersuchungen zur Wettkampf- und Time-Trial-Performance sowie Surrogatparametern wie der VO2max im Kontext von intensivem Training.
- Reindell, H. (Historische Einordnung): Wegbereiter der Sportkardiologie. Die wissenschaftlichen Grundlagen des Intervalltrainings und dessen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System.